Traumatherapie
...nach Shapiro: Verarbeiten statt verdrängen
Mit Hilfe der Traumatherapie nach Shapiro kann der Patient traumatische Erfahrungen verarbeiten, damit sie weniger symptomatisch und weniger belastend wirken. Ziel ist es belastende, wiederkehrende Eindrücke zu bearbeiten, die aus früheren Erfahrungen stammen oder die gegenwärtige Beziehung bzw. Lebenssituation belastend beeinflussen. Durch das Prinzip "Verarbeitung statt Verdrängung" werden Erinnerungen reaktiviert, neu bewertet und in den bisherigen Lebenskontext integriert, wodurch automatische negative Überzeugungen und Glaubenssätze zum Positiven verändert werden können.
Diese Form der Traumatherapie wurde ursprünglich zur Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen entwickelt. Inzwischen wird sie aber auch häufig bei Lebens- und Beziehungskrisen eingesetzt, selbst wenn kein „klassisches Trauma“ vorliegt. Es geht in diesem Fall darum belastende, wiederkehrende Eindrücke zu bearbeiten, die aus früheren Erfahrungen stammen oder die gegenwärtige Beziehung belastend beeinflussen, wie z.B.
- Trennung oder Scheidung
- Verlust eines Menschen
- Jobverlust oder berufliche Krise
- schwere Zurückweisung oder Kränkung
Basis ist die Annahme, dass diese belastenden Erlebnisse manchmal nicht vollständig verarbeitet wurden. Sie bleiben im Nervensystem „eingefroren“ und können später ähnliche Gefühle auslösen (z. B. Angst, Scham, Hilflosigkeit). Es geht dabei oft um starke emotionale Reaktionen in Beziehungen oder wiederkehrende Konfliktmuster. Auch übermäßige Angst vor Verlust oder Ablehnung kann der Auslöser sein.
Durch „zweiseitige Stimulation“ (meist Augenbewegungen, manchmal Klopfen oder Töne) während man an belastende Erinnerungen denkt, kann das Gehirn diese Erfahrungen neu verarbeiten und integrieren. Die Therapie hilft dabei die überschießende Gefühlswelt beruhigen, negative Selbstüberzeugungen und Glaubenssätze (z.B. „Ich bin nicht gut genug“) zu verändern und neue Perspektiven als Potentiale zu integrieren